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NSKKV zieht die Zügel an

Schöppingen - Mit einiger Sorge hat der NSKKV in den vergangenen Jahren die Entwicklung beobachtet: Sturzbetrunkene entlang der Umzugsstrecke und Gewalt, die vor allem nach dem „Zoch“ auftrat. „Wir wollen diesem Trend, der nicht nur ein Schöppinger Phänomen ist, entgegenwirken“, betonte gestern Martin Steiner. Der Umzugspräsident möchte den Schöppinger Karnevalsumzug, mit regelmäßig mehr als 80 Zugeinheiten und bis zu 30 000 Zuschauern einer der größten im Kreis, auch weiterhin als Volksfest erhalten und die zuletzt strapazierte Akzeptanz in der Schöppinger Bevölkerung sicherstellen. Wie das angegangen werden soll, stellten er und Vertreter der an der Durchführung und Sicherung beteiligten Organisationen von Malteser Hilfsdienst (MHD), Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr und Wirteverein bei einer Pressekonferenz vor.

Wenn der Umzug 2010 sich am kommenden Sonntag (14. Februar) ab 14.11 Uhr durch den frisch renovierten und geschmückten Ortskern schlängelt, dann werden Polizei und Ordnungskräfte schon vorher Kontrollen durchgeführt haben. Mehr noch: „Die Kontrollen werden insgesamt verstärkt“, kündigte Martin Steiner an. Vor allem auf Alkoholmissbrauch werde geachtet, ergänzte Michael Otting, Leiter der Polizeiwache Gronau. Seine Beamten sowie wiederum auch Polizisten der Bereitschaftspolizei, die in diesem Jahr aus Essen kommen, sind am Sonntag im Einsatz. Neu in diesem Jahr ist die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Kreises: Es werden mehrere Mitarbeiter in Schöppingen sein, die sich ebenfalls um auffällig gewordene Jugendliche kümmern wird. Es ist die Gruppe, die den Karnevalisten am meisten Sorgen bereitet.

Stichwort Kontrolle: Erstmals wird der NSKKV auch die Lautstärke der Musikboxen auf den Umzugswagen nachmessen. Steiner kündigte an, dass mit einem Messgerät die zulässige Höchstlautstärke von 80 Dezibel kontrolliert werde. Um Familien, die traditionell einen Großteil der Besucher stellen, nicht zu sehr abzuschrecken, solle nicht der Eindruck erweckt werden, sie befänden sich auf der Love-Parade.

Bei der Wagenabnahme sei der NSKKV mit diesen Maßnahmen durchaus auf Verständnis gestoßen, berichtete Steiner. Der Umzugspräsident baut auf die Einsicht aller am Umzug Beteiligter: „Wir wollen und müssen Spitzen vermeiden: Es geht darum, den Umzug als Volks- und Familienfest sicher über die Bühne zu bringen.“ Dabei machte Steiner auch deutlich: „Die Zahl derjenigen, die auffällig würden, ist relativ klein. 95 Prozent der Besucher verhalten sich korrekt.“

Die verstärkten Kontrollen begrüßte Stefan Frenzel vom MHD. „Je effektiver Polizei und Ordnungskräfte im Vorfeld arbeiten, desto weniger haben wir zu tun.“ Und das war gerade in den vergangenen Jahren nicht wenig: Bis zu 35 Einsätze mussten gefahren werden, bis zu 50 Helfer des MHD und zwei Notärzte seien regelmäßig im Einsatz gewesen. Aus diesem Grund habe man sich auch dazu entschlossen, die Einsatzzentrale vom beengten Kirchplatz zur Kulturhalle zu verlegen. Von dort aus wird auch die Polizei ihre Arbeit koordinieren. Die Umzugsstrecke (s. Text oben) wird entsprechend geändert.

Die Verlegung hat den weiteren Vorteil der Nähe zu den vom Wirteverein aufgebauten Party-Zelten. Da der Mühlenwall nicht mehr zur Verfügung steht, werden sie in diesem Jahr auf dem Festplatz am Künstlerdorf aufgebaut. Frank Wigger kündigte an, dass an den Eingangsschleusen kontrolliert werde. Der engagierte Sicherheitsdienst werde dort anknüpfen, wo die Polizei aufgehört hat und vor allem auf überhöhten Alkoholkonsum achten. Betrunkene Jugendliche erhielten keinen Einlass, ebenso würden Taschen oder Rucksäcke auf mitgebrachte Alkoholika kontrolliert.

Ebenfalls neu in diesem Jahr ist die Einrichtung von zwei festen Taxiständen am Künstlerdorf und an der Rathausstraße, wie Ordnungsamtsmitarbeiter Dietrich Jansen ankündigte. Im vergangenen Jahr waren etliche Taxifahrer aufgefallen, die unerlaubt in die Sperrzone einfuhren und sich dabei zwischen den Karnevalisten hindurch schlängelten.

Quelle: wna vom 10.02.2010